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Gesangverein „Liederkranz“ Wahlwies e.V. 1864


 

„Liederkranz“ ältester Wahlwieser – Verein

Glänzend organisiert feierte der „Liederkranz“ 1964 sein 100- jähriges Vereinsjubiläum.

Dieses Stiftungsfest war der Höhepunkt in der 100- jährigen Vereinsgeschichte, vereinigte er doch 44 Gesangvereine aus dem Hegau zu einem gemeinsamen Festzug durch das geschmückte und beflaggte Dorf und zum gemeinsamen Chorgesang im Festzelt.

1864

In der Sprache der Gründerzeit berichtet der Chronist im Jahre 1864:

“Aus der Tiefe der deutschen Volksseele erklangen seit ihrer frühesten Geschichte Töne echter Empfindung. Immer, wenn Freude oder Schmerz im Menschenleben, Schönheit und Allgewalt der Natur, oder die Ehrfurcht vor Gott die Saiten des Herzens erklingen ließen, hat der deutsche Mensch seinen Gefühlen Ausdruck gegeben im Liede“.

Müllermeister und Mühlenbesitzer Anton Bury ergriff die Initiative und führte im Herbst 1864 mit anderen singfreudigen Bürgern eine Singgruppe zusammen aus der heraus sich der Gesangverein „Liederkranz“ organisierte.

1889 trat der „Liederkranz“ dem Hegau – Sängerbund bei und beteiligte sich bei großer Anerkennung regelmäßig an den Festen der Nachbarvereine.

In würdevoller Weise konnte der Verein 1914 die Fahnenweihe mit dem 50- jährigen Stiftungsfest verbinden. Die Freude über dieses frohe Ereignis wurde nach dem I. Weltkrieg schicksalhaft , als 4 Sänger aus dem Krieg nicht zurückkehrten.

Nach dem Tode von Ehrenvorstand Anton Bury 1919, gelang es Vorstand Anton Wochner in den Zwanziger Jahren besonders die Jugend für den Chorgesang zu begeistern.

Das Vereinsleben florierte in diesen Jahren und gab dem Chorgesang und der Kameradschaft neuen Schwung. Der Verein wurde Mitglied im „Bodensee – Hegau – Sängerbund“.

Der Chronist berichtet  über die Dreißiger – Jahre:
Das Jahr 1933 brachte den politischen Umbruch mit unglücklichen Folgeerscheinungen für den Verein. Durch die Gleichschaltung, welche die freie Meinung behinderte, sah sich der unermüdliche Idealist und Kämpfer für das deutsche Lied, Anton Wochner gezwungen, sein Amt als Vorstand zur Verfügung zu stellen.“

9 Sängerkameraden kehrten aus dem II. Weltkrieg nicht mehr zurück. Nach Kriegsende genehmigte die französische Besatzungsmacht 1946 die Neugründung des Vereins und ermöglichte dem „Liederkranz“ sich neu zu entwickeln.

In besonderem Maße widmeten sich die Sänger in den Folgejahren dem Laienspiel und pflegten freundschaftliche Verbindungen zu den Nachbarvereinen. Um sich von der allgemeinen Entwicklung im Chorgesang nicht auszuschließen, das Repertoire des Liedgutes zu bereichern, entschloss sich der Verein 1969, den „Liederkranz“ zu einem Gemischten Chor zu erweitern. Sangesfreudige und stimmgewaltige Sängerinnen gaben dem Chor nun ein interessantes, attraktives Gepräge. Musikalisch geprägt waren die Nachkriegsjahre durch die Dirigenten Dr. Fischer (1951-1969) und Horst Mayer (1970-2005) sowie durch die Vorstände, Ehrenvorstand Franz Geiger, Norbert Waibel und seit 1977 Friedrich Wochner.

Sehr starken Wandlungen unterlag das interpretierte Liedgut in den vergangenen 50 Jahren. Waren es früher vorwiegend „Heimat, Liebe, und Leid, Frohsinn und Geselligkeit mit vorwiegend romantischen Chorsätzen, die das Liedgut bestimmten, dominierten in jüngster Zeit auch Kompositionen zeitgenössischer Komponisten, europäische Folklore, Evergreens und internationale Musicals.

Dem „Liederkranz“ als ältestem Verein in Wahlwies ist zu wünschen, dass ihm bis zu seinem 150 Geburtstag friedvolle Jahre beschieden bleiben und dass begeisterte Sängerinnen und Sänger ihm und damit dem Gesang und der Pflege des deutschen Liedes, die Treue halten.

(Quelle: Festschriften „Liederkranz“ 100 Jahre u.125 Jahre –Anton Störk)

 Die Vorstandschaft des „Liederkranz“ 2008
I. Vorstand         Friedrich Wochner   
II. Vorstand        Stefan Dieng         
Schriftführer       Anton Störk         
Kassier              Gerhard Dettweiler       
Dirigent              Sebastian Hoffmann       
Beisitzer            Gerhard Drews, Eberhard Brigitte, Waltraud Kuppel und Sylvia Lempp

 

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